Verein Adendorfer Gewerbetreibender (VAG)


Verein Adendorfer Gewerbetreibender

Im Juni 2008 fand in der alten Schule am Dorfplatz ein Workshop statt, der ein Konzept für ein Adendorfer Leitbild erarbeitete. Teilnehmer waren Vertreter der Vereine, der Töpfer und des Adendorfer Gewerbes. Eine Bewertung der Ziele  ergab, dass die weit überwiegende Mehrheit der Teilnehmer als wichtigste und vordringlichste Aufgabe die Gründung eines Adendorfer Gewerbevereins sahen.

Dafür sprachen zwei auf der Hand liegende Gründe, nämlich die Notwendigkeit die das Dorf prägende Töpfertradtion zu bewahren und in die Zukunft zu tragen und diese Tradition entsprechend dem Gemeindeentwicklungsplan für die Ankurbelung des lokalen Tourismus einzusetzen.

Adendorf ist der einzige im Rheinland verbliebene Töpferort, der noch mehrere aktive Töpfereien besitzt. Die Töpfereien prägen noch heute das Ortsbild, wie ein Gang über die Töpferstraße zeigt. Die Töpfereien und ein Großteil des übrigen Gewerbes ist regional oder überregional ausgerichtet. Eine Belebung des Fremdenverkehrs unter Vermarktung der tradionellen Töpferei versprach für alle Adendorfer Gewerbetreibenden Vorteile. Diese speziellen Ziele waren in keinem Wachtberger Gewerbeverein umsetzbar und erforderten einen eigenständigen Verein.

Nachdem die Dorfversammlung das Leitbild  im Juli 2008 verabschiedet hatte, luden die Ortsvertretung und der Festausschuss zur Gründungsversammlung einer „Interessengemeinschaft Adendorfer Gewerbetreibender“ am 24. September 2008 ein. In dieser gut besuchten Versammlung wurde Peter Hansen gebeten, die weiteren Vorbereitungen für einen Zusammenschluss in die Hand zu nehmen.

Bereits am 14. Oktober fand die erste Sitzung der Interessengemeinschaft statt. Tun anstelle von Reden war das Motto. Schnell waren sich die Beteiligten einig, am 15. November trotz der kurzen Vorbereitungszeit einen Martinsmarkt abzuhalten und den Erlös für die Herrichtung des Dorfplatzes zu spenden. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, sodass auch 2009 wieder ein Martinsmarkt stattfinden wird.

Allen Beteiligten war schnell klar, eine bloße mehr oder weniger unverbindliche Interessengemeinschaft hat keine große Zukunft und kann die angestrebten Ziele Förderung des Gewerbes und des Dorfes auf Dauer nicht erreichen. Eine Vereinsgründung musste der nächste Schritt sein.

Oliver Wolf und Peter Hansen luden daher Mitte Januar 2009 zur Gründung des „Vereins Adendorfer Gewerbetreibender“ (VAG) am 5. Februar ein. Ziel war unter anderem einen Vorstand zu wählen, eine Satzung zu verabschieden und die nächsten Aktivitäten festzulegen.

In der Versammlung wurde ohne lange Diskussion der komplette Vorstand. Oliver Wolf ist Vorsitzender, Vertreter ist Peter Hansen, Beisitzer sind Swen Schöneck und Norbert Corzelius, Kassenwart ist Rudi Knorr. Auch die Satzung wurde mit kleinen Ergänzungen akzeptiert. Auf eine Eintragung des Vereins wurde vorerst verzichtet, um gegebenenfalls die Satzung ohne Notar anpassen zu können.

Entsprechend den bereits beim Workshop genannten Gründen hat sich der VAG

satzungsgemäß zur Aufgabe gemacht, „die Bedeutung des Töpferortes Adendorf zu erhalten und die Entwicklung der kleinen und mittelständischen Unternehmen zu fördern.“ Langfristig soll dabei die Attraktivität und die regionale Bedeutung Adendorfs als Töpferort und als Ort des Einkaufens, der Kultur und Freizeit gestärkt werden. Wegen dieser besonderen Ausrichtung des Vereinszwecks können auch Nichtgewerbetreibende Mitglied werden.

In der Gründungsversammlung bestand Einvernehmen alle Ziele gemeinsam mit der Ortsvertretung und dem Festausschuss anzustreben und im Interesse Adendorfs künftig eng zusammen zu arbeiten. Diese Zusammenarbeit wird gelebt.

Der VAG wollte und will ein aktiver Verein sein. So hat sich der VAG auch am Wachtberger Frühling im April mit einem Stand und Werbung für Adendorf beteiligt. Vom 8. bis 10. Mai organisierte der VAG die Veranstaltung „Energien der Zukunft“. Die Veranstaltung war nicht als Verkaufsmesse mit „angehängten“ Vorträgen zur Energieeffizienz und Umweltschutz konzipiert, sondern im Mittelpunkt stand die neutrale Beratung und Information der Besucher. Als Rahmen hatte das Adendorfer Gewerbe die Möglichkeit themenbezogene Produkte zu präsentieren. Die ersten zwei Tage fanden im Drehwerk 17/19 statt, der Ausklang am Sonntag mit Bühnenprogramm am Dorfplatz. Dort sorgten die Adendorfer Vereine für Essen und Trinken. Als besondere Attraktion wurde der inzwischen fertig gestellte Töpferpfad mit einer fachkundigen Führung durch Frau Dr. Euler eingeweiht.

Fest steht schon heute, der VAG wird weiter aktiv sein.   


 

Ein Wochenende rund um „Energien der Zukunft“

In Adendorf ging es am Wochenende 8. – 10. Mai im Drehwerk und auf dem Dorfplatz um Erneuerbare Energien, Energie-Effizienz sowie um Umwelt- und Klimaschutz. Der erst kürzlich gegründete Verein Adendorfer Gewerbetreibender (VAG) hatte zu der Veranstaltung eingeladen, denn Adendorf rüstet sich für die Zukunft und beteiligt sich am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Im vergangenen Jahr hatte man den entsprechenden Wettbewerb auf Kreisebene gewonnen.

Herbert Hoting, Experte für Solarenergie, Bonn, informierte umfassend sowohl über die thermische Nutzung der Sonne zur Erwärmung von Brauchwasser als auch über Photovoltaik, bei der die Sonnenenergie in elektrischen Strom umgewandelt und ins Stromnetz eingespeist wird. Der Betreiber des Stromnetzes zahlt hierfür ein Einspeisungsentgelt an den Eigentümer der Photovoltaikanlage, die in der Regel auf dem Dach angebracht wird.

Hauseigentümer sollten prüfen, ob ihr Haus geeignete Dachflächen aufweist. Die Investition kann sich rechnen. Das Dach der Adendorfer Schule wird demnächst mit Photovoltaik-Elementen bestückt.

In weiteren Vorträgen ging es um die energetische Sanierung von Gebäuden: Hartmut Büchner, Architekt aus der Grafschaft, berichtete, wie man mit Wärmebildern (Thermographie) Schwachstellen an Gebäuden aufdeckt und Bauschäden vermeidet (z. B. Schimmelbildung in Wohnräumen). Helmar Guntau, Bauingenieur aus Adendorf, erläuterte, dass eine energetische Sanierung insbesondere dann lohnt, wenn „sowieso“ Sanierungsbedarf am Gebäude besteht. Nach einer energetischen Sanierung, wie z. B. der Dämmung der Gebäudehülle, sinkt der Heizenergiebedarf erheblich. Jeder Fall ist jedoch anders gelagert, so dass es keinen generell gültigen Lösungsweg gibt.

Beide Referenten, Herr Büchner und Herr Guntau, sind in der sogenannten BAFA-Liste (BAFA = Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) als Experten für die „Energiesparberatung vor Ort“ ausgewiesen. Die Vor-Ort-Beratung, die im übrigen mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, führt zu einem Gesamtkonzept für die energetische Gebäudesanierung. Dies hilft, fehlerhafte Einzelmaßnahmen und unwirtschaftliche Umwege bei der Haussanierung zu vermeiden.

Claus P. Baumeister aus Wachtberg-Pech stand als Experte für die Passivhaus-Bauweise zur Verfügung und Ulrich Quink, Volkbank Wachtberg, informierte über Finanzierung und finanzielle Förderung von Energiesparmaßnahmen und –investitionen. Professor Dr. Hermann Schlagheck, Leiter und Koordinator der ILEK-Projektgruppe „Erneuerbare Energien / Energieeffizienz “ (*) moderierte die Veranstaltung und fasste jeweils die Ergebnisse der Vorträge zusammen.

(*) ILEK bedeutet Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept. Die sechs linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises, zu denen auch Wachtberg gehört, bearbeiten in diesem Rahmen bereits seit mehreren Jahren spezielle Themen gemeinsam.

Gewerbetreibende aus Adendorf hatten auf dem Gelände des Drehwerks und auf dem Dorfplatz Informationsstände aufgebaut, wo sie Einzelgespräche mit interessierten Bürgern führten.

Auf lebhaftes Interesse stieß eine spannende Podiumsdiskussion zum Thema Dorfkernentwicklung. Bei der Diskussion entstanden auch Visionen zur künftigen baulichen Entwicklung von Adendorf. Die Diskussionsteilnehmer auf dem Podium, Prof. Dr. Hermann Schlagheck (ILEK-Projektgruppe, s. o.), Josef Honnef (Volksbank Wachtberg), Franz-Josef Schockemöhle (Landwirtschaftskammer), Ursula Perkams (Adendorf) und die Moderatorin Susanne Schimanowski (Radio Bonn-Rhein-Sieg), sowie die Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum waren sich darin einig, dass Zukunft auch Tradition braucht. Künftige Neubaugebiete im Dorf sollten deshalb mit Augenmaß entwickelt, die vorhandene Bausubstanz bewahrt und gepflegt werden. In diesem Zusammenhang kann energiesparende Sanierung helfen, die vorhandene alte Bausubstanz zu modernisieren.

Adendorf hat mit dieser gelungenen Veranstaltung einen wichtigen Beitrag für seine künftige Entwicklung geleistet. Im Rahmen von speziellen Themenabenden wird es demnächst Gelegenheit geben, weitere Information zu erhalten und die Diskussion über Zukunftsenergien fortzusetzen.

Rückfragen zu den angesprochenen Themen werden gerne vom 2. Vorsitzenden des Vereins Adendorfer Gewerbetreibender (VAG), Peter Hansen (Tel.: 0177-6424744) oder von der Umweltbeauftragten der Gemeinde Wachtberg, Hannelore Vogel (Tel.: 0228/9544-153), beantwortet.


 

Erster Adendorfer Martinsmarkt am 15.11.2008

Nach dem großartigen Sieg im Wettbewerb „unser Dorf hat Zukunft“ setzt Adendorf nun ein neues Highlight. Im Nachgang zum Wettbewerb hat sich im Ort eine beachtliche Eigendynamik entwickelt und als ein Resultat dieser Eigendynamik haben sich die örtlichen Gewerbetreibenden zur „Interessengemeinschaft Adendorfer Gewerbetreibender“, kurz IGAG, zusammen gefunden. Diese hat sich das herausfordernde Ziel gesetzt, gemeinsam mit der Bevölkerung und den ansässigen Vereinen das Potenzial des Ortes als attraktiven Anziehungspunkt im Wachtberger Ländchen und Umgebung zu heben. Als Start hierzu wird am 15. November erstmals in Eigeninitiative der IGAG und unter Mitwirkung der schon erwähnten Vereine der 1. Adendorfer Martinsmarkt auf dem neu gestalteten Dorfplatz rund um den historischen Holzbrandofen stattfinden.

Dieser außergewöhnliche Markt soll nicht nur durch seinen vorweihnachtlichen Charakter mit stimmungsvoll gestalteten Holzbüdchen mit einem ausgefallenen Angebot von örtlichem Kunsthandwerk bestechen, sondern er wird auch durch eindrucksvollen Lichterglanz in der Dämmerung zum Verweilen einladen. Insbesondere der historische Holzbrandofen wird in Anlehnung an die alten Töpfertraditionen imposant in Aktion sein und an sich schon für entsprechendes Ambiente sorgen.

Begleitet wird der Markt durch ein attraktives Rahmenprogramm, beginnend um 14 Uhr mit der feierlichen Eröffnung des Marktes durch Bürgermeister Theo Hüffel. Weitere Einzeldarbietungen werden u.a. der ansässige Gesangsverein mit Auszügen aus dem überregional bekannten Musical „Kannebäcker“ sein, sowie ein Auftritt des örtlichen Kinderchores und der Band „Paar vum Weiher“ mit live Musik. Auch an die kleinen Besucher ist gedacht, für sie gibt es ein kostenloses Karussell und Sankt Martin überreicht den Kindern persönlich einen kleinen Wecken. Für den späteren Abend ist noch eine Überraschung in Planung, mehr wird an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

Neben dem faszinierenden Ambiente mit traumhaftem Lichterzauber darf natürlich das leibliche Wohlbefinden nicht zu kurz kommen und die ortsansässige Metzgerei wird unter anderem mit einigen Köstlichkeiten aufwarten. Begleitet wird das kulinarische Angebot auch von verschiedensten Getränken für Groß und Klein, die mit Unterstützung der örtlichen Vereine serviert werden.

Die IGAG und alle beteiligten Vereine sowie die Bevölkerung freuen sich auf diesen Termin ganz im Sinne von „unser Dorf hat Zukunft“. Also, nicht vergessen:

Erster Adendorfer Martinsmarkt am 15.11.2008 von 14 bis 23 Uhr auf dem Dorfplatz mitten im Ort!

 


 Und hier die ersten Bilder: