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eintrachtFrauen Probekostümprobe

In Adendorf wurde von Alters her viel gesungen, meist in der sogenannten Erdstube, wo Meister und Gesellen an der Töpferscheibe drehten, Frauen und Mädchen die Töpfe henkelten oder bemalten. 1910 schlossen sich sangesfreudige Männer neben dem schon bestehenden Kirchenchor zu einem Männergesangverein zusammen. Erster Präsident wurde Wienand Corzelius, erster Chorleiter Josef Corzelius. Die beiden Weltkriege haben große Lücken in die Schar der Sänger gerissen, der Verein erholte sich nur langsam. Als der junge Obstbauer Matthias Cremerius den Vorsitz übernahm, ahnte niemand, dass er dieses Amt 46 Jahre lang ausüben sollte. Als Ehrenvorsitzenden liegt ihm noch heute das Schicksal der Eintracht sehr am Herzen.
Unvergesslich sind die vielen Karnevalssitzungen, die der Verein mit gelungenen Programmbeiträgen veranstaltete. Auch viele Reisen in die schönsten Gegenden unseres Landes, aber auch zwei Reisen nach England haben den Chor geprägt. 
1980 übernahm der Kirchenmusiker Gerd Otterbach die musikalische Leitung, die er aus gesundheitlichen Gründen 2002 an den jetzigen Chorleiter Alfons Gehlen abgab, der zusammen mit dem neuen Vorsitzenden Rainer Engberding den Chor mit neuem Geist erfüllt hat. Die Schirmherrschaft hat Gabriela Baronin von Loë übernommen, die zugleich Gastgeberin des alle zwei Jahre stattfindenden Burgkonzerts ist. Bei der Gelegenheit wird auch der "Goldene Ton" an eine verdiente Persönlichkeit verliehen.

Im September 2008 wurde der Männergesangverein in einen Gesangverein umgewandelt, der sowohl als Männerchor als auch als gemischter Chor agiert.
Kaum einer hätte geahnt, dass die Erweiterung des Chores mit Frauenstimmen so belebend sein kann! Mit ihren außergewöhnlichen Aktivitäten hat die "Eintracht" das Image eines verstaubten Männergesangvereins - wenn sie das je gehabt hatte - längst abgelegt. Besonders das Musical „Die Kannebäcker„ das die Geschichte unseres Dorfes  musikalisch mit viel Gefühl und einer gehörigen Portion Humor musikalisch aufarbeitet, zeugt von Mut, Selbstbewusstsein und pulsierendem Leben.
2011 feierte die Eintracht ihr 100-jähriges Jubiläum mit zahlreichen musikalischen Veranstaltungen. Höhepunkte waren ein Chorkonzert mit drei befreundeten Chören sowie die Aufführung des Musicals „Die Kannebäcker“ in einer konzertanten Inszenierung, die ebenfalls beim Publikum gut ankam.
Überzeugen Sie sich selbst, welche Freude das gemeinsame Singen bereiten kann! Wir proben jeden Donnerstag um 20.00 Uhr in unserem Probenraum im Vereinshaus Töpferstraße 72 in Adendorf.

GV Freitreppe

Der Gesangverein ist Mitglied in:

Vorsitzender: Marlies Schmitz, Ehrenvorsitzender: Matthias Cremerius, Schirmherrin: Baronin Gabriela von Loe


Eigene Veranstaltungen:

Mitwirkung durch Chorauftritte bei Veranstaltungen im Dorf:

Mitwirken außerhalb des Dorfes:

Proben:

wöchentlich jeweils am Donnerstag um 20.00 Uhr in der alten Schule an der Feuerwehr


100 Jahre "Eintracht" Adendorf

Jubiläumsempfang am 10. Januar 2010

Auszug aus der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Ich freue mich, dass Sie so zahlreich unserer Einladung zu einem Neujahrsempfang gefolgt sind, zumal in diesen Tagen sicherlich viele vergleichbare Veranstaltungen stattfinden. Ich verspreche Ihnen jedoch, dass der Gesangverein „Eintracht“ Adendorf Sie nur alle Hundert Jahre zu einem Neujahrsempfang in die Schützenhalle bemühen wird.

Unsere Festschrift, die Ihnen ab heute vorliegt und uns das ganze Jahr begleiten soll, gibt nicht nur einen Überblick über die Entwicklung der Eintracht Adendorf, sondern dient gleichzeitig als Führer durch das Jubiläumsjahr und die Veranstaltungen, die wir uns – für Sie – ausgedacht haben. Vielen Dank an Gerd Bormuth, der sich diese Mühe gemacht hat.

Vier Veranstaltungen werden es sein. Sie brauchen sich eigentlich nur drei zu merken, denn die erste findet ja heute schon statt. Sie haben bereits den Chor gehört und damit die aktuelle Entwicklung nachvollziehen können vom reinen Männerchor mit dem Festgesang zum gemischten Chor mit dem Lied Klänge der Freude, was durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Am Sonntag, den 24. April, laden wir Sie ein zu einem Chorkonzert im Schulzentrum Berkum. Wir haben dazu drei weitere Chöre eingeladen, die Sie von der Vielfalt und dem hohen Leistungsstand des Chorgesangs in unserer Region überzeugen werden. Da ist zunächst einmal der Gesangverein „Cäcilia“ Queckenberg, mit dem wir vieles gemeinsam haben – nicht erst seit unserem gemeinsamen Musicalprojekt. Darüber hinaus freuen wir uns auf den Mehlemer Quartettverein mit seinem Leiter Gregor Schorn, ein klassischer Männerchor, der gerade auch 100 Jahre alt geworden ist, und weiß, wie wir uns fühlen. Etwas ganz besonderes ist der Gospelchor „Joy ‚n’ glory“ unter der Leitung von Monica Schneider-Henseler. Ich habe diesen Chor schon oft erleben dürfen und versprechen Ihnen, dass er – wie man so schön sagt – Leben in die Bude bringt.

Wir werden ständig gefragt, wann wir denn unser Musical „Die Kannebäcker“ wieder aufführen, sowohl von Leuten, die die Aufführungen im März und April 2008 versäumt haben, als auch von Besuchern, die das Musical – teilweise sogar mehrfach! – gesehen und gehört haben. Wir wollen Ihnen diesen Wunsch als unsere dritte Veranstaltung im Jubiläumsjahr erfüllen, und zwar am Sonntag, den 24. Oktober, ebenfalls in der Aula in Berkum. Allerdings wird es eine konzertante Aufführung sein. Sie werden alle Lieder des Musicals hören, sowohl Chorwerke als auch Soli und Duette, aber die Handlung wird nicht durch Schauspieler wiedergegeben, sondern durch einen Erzähler. Meine Damen und Herren, am Silvesterabend habe ich mit meiner Frau und einigen Freunden die DVD zu unserem Musical zum wiederholten Mal angesehen und war wieder einmal begeistert. Wir dürfen mit Recht stolz sein auf unser Musical und seinen Komponisten Alfons Gehlen.

Wir werden das Jubiläumsjahr beschließen mit der musikalischen Gestaltung einer Heiligen Messe am Sonntag, den 14. November in der Pfarrkirche in Adendorf.

Wenn Sie sich nicht alle Termine haben merken können, so finden Sie eine Übersicht über die Veranstaltungen in unserer Festschrift.

Vielleicht erwarten Sie von mir einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Ich könnte Ihnen freilich alle Vorsitzenden aufzählen, alle Chorleiter, die zahlreichen Veranstaltungen, Wettbewerbe und Chorreisen. Das müsste ich in unserem Archiv nachschlagen, denn ich habe davon ja nur die letzten zehn, elf Jahre erlebt. Gestatten Sie mir statt dessen zwei, drei ganz persönliche Aspekte, die diesen Chor charakterisieren.

Ich erinnere mich immer wieder an eine Begebenheit, die vor über 15 Jahren stattgefunden haben muss. Ein guter Freund hatte mich eingeladen zu einer Karnevalssitzung seines Vereins. Das war hier in der Schützenhalle. Ich hatte einen Platz in der äußeren Tischreihe mit Blick zur Wand. Also musste ich mir den Hals verrenken, um mitzubekommen, was sich auf der Bühne abspielte. Es war wohl die letzte Karnevalssitzung, die vom MGV Adendorf ausgerichtet wurde. Ich war schlichtweg begeistert und dachte: Da möchte ich gerne mal mitmachen. Als ich wenige Jahre später – freilich aus anderen Gründen - nach Adendorf zog, bin ich am selben Tag in den Verein eingetreten und habe es bis heute nie bereut. Dieser Gesangverein, ob damals als Männerchor oder heute als gemischter Chor, der hat was. Und jetzt weiß ich auch, was es ist:

Sie wissen vielleicht, dass ich fünf Jahre lang im Vorstand des Kreischorverbands mitgearbeitet habe, und das hat mir Gelegenheit gegeben, viele Chöre kennen zu lernen. Chöre sind ganz unterschiedlich und sollen es auch sein. Man sagt auch, dass ein Chor so gut ist wie sein Chorleiter. Da ist ne Menge dran. Aber was zeichnet einen guten Chor aus? Gute Stimmen? Ein harmonischer Chorklang? Die Bewältigung schwierigster Chorwerke? Die Freundschaft unter den Sängern? Das soziale Engagement? Alles ist richtig. Aber es kommt noch eines hinzu, und das ist mir beim letzten Burgkonzert aufgefallen: Die Ausstrahlung. Die Sänger und Sängerinnen müssen dem Publikum vermitteln, dass ihnen das Singen Freude macht, und all die Komponenten, die ich gerade aufgezählt habe. Und sie dürfen keineswegs nur so tun als ob. Es muss tatsächlich vorhanden sein. Vielleicht haben Sie es auch gespürt. Im zweiten Teil des Konzerts sprang ein Funke über. Ich habe es an Ihrer Reaktion gesehen, und es wurde mir spätestens klar, als sich im Anschluss an das Konzert zehn neue Sänger und Sängerinnen angemeldet haben.

Das, meine Damen und Herren, ist meine ganz persönliche Sichtweise eines Gesangvereins, der in diesem Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert. Ich wünsche ihm, dass er genauso bleibt: mit Freude am Gesang und der positiven Ausstrahlung auf sein Publikum. 


Festrede von Hans-Jürgen Döring

Vorsitzender des Fördervereins für Kunst und Kultur in Wachtberg e.V.

100 Jahre Gesangverein Eintracht Adendorf

Festrede am 10. Januar 2010

Ich weiß die Ehre, zu diesem bedeutenden Jubiläum die Festrede halten zu dürfen, wahrhaftig zu schätzen. Das hat weniger mit der so attraktiv runden Jubiläumszahl zu tun als vielmehr mit der nicht nur kulturellen großen Bedeutung dieses bemerkenswerten Vereins, bei dem wunderbar engagierte und von mir sehr geschätzte Menschen an der Spitze und im Klangkörper stehen. Und um direkt an das gerade eben von Herrn Engberding Gesagte anzuknüpfen: das hat vor allem zu tun mit der Ausstrahlung, die von diesem Jubilar ausgeht. Ich freue mich daher Gelegenheit zu haben, als Vorsitzender unseres Wachtberger Kulturfördervereins diese Wertschätzung in Worte zu fassen.

Und das ist gar nicht so einfach. Ihre sehr gut gemachte Jubiläumsfestschrift enthält so viele Würdigungen und so viel Lob von dazu berufenen Persönlichkeiten, dass leicht die Gefahr der Wiederholung besteht.

Damit würde ich dem Jubilar aber nicht gerecht.

Also wende ich einen Kunstgriff an und versetze mich in die Rolle eines Zeitgenossen, der nicht singt, keine Noten lesen kann, nicht mal in Adendorf geboren ist oder wenigstens hier wohnt, geschweige denn Töpfermeister oder Obstlandwirt ist und damit kein Insider ist. Und als dermaßen unbedarfter Zeitgenosse kann ich jetzt wie ein Beobachter von draußen unbefangen darstellen, was ich an unserem Adendorfer Gesangsverein für so überaus bemerkenswert halte.

Da ist zunächst die rein statistische Tatsache, dass er bemerkenswerte einhundert Jahre alt geworden ist. Damit ist er unter den Männerchören der Region noch nicht einmal sehr alt; die Laienchorbewegung führte im damaligen, um sein Zusammenfinden bemühten Deutschland­ - oft vor einem patriotischen Hintergrund - bereits Mitte des 19. JH zu einer unglaublichen Dichte an Vereinsgründungen. Wenn man den heutigen Chor des Jahres 2010 sieht (und ihn sicher im Rahmen dieses Festprogramms auch noch erleben wird), fällt es angesichts dieser höchst lebendigen und sympathischen Sängerinnen und Sänger nicht leicht, sich gedanklich ins Gründungsjahr 1910 zurückzuversetzen, um sich selbst ein wenig zu verdeutlichen, was einhundert Jahre als Zeitspanne bedeuten.

Versuchen wir’s: Wir leben in der preußischen Rheinprovinz, in Berlin regiert in strammer Haltung Kaiser Wilhelm II.. In London kämpfen die Soufragetten um Frauenrechte, im preußischen Landtag wird eine Reform des Dreiklassenwahlrechts abgelehnt, das unter anderem Frauen die Beteiligung an Wahlen ermöglichen sollte.

Adendorf  hat rund 800 Einwohner, der Ort verfügt durch sein Töpferhandwerk über einen gediegenen relativen Wohlstand mit dem Image des einzigen Industrieortes weit und breit. Er gehört zum damaligen Amt Meckenheim als Bestandteil des früheren Landkreises Bonn.

Der Pfarrer der rein katholischen Gemeinde bescheinigt seinen Schäfchen in der Pfarrchronik einen leichten Hang zur Liederlichkeit, mit Vergnügen nachzulesen in der von Uschi Perkams herausgegebenen Schrift zum 1100jährigen Bestehen Adendorfs.

Auf Burg Adendorf residiert Georg Freiherr von Loe. In der benachbarten Burg Gudenau empfängt der rheinische Großindustrielle Guillaume des Öfteren den Kronprinzen sowie preußische Minister aus Berlin. Und dann taucht noch ein Name auf: Winand Cremerius; er ist der erste Vorsitzende des in diesem Jahr 1910 gegründeten Männergesangvereins Eintracht Adendorf. Dieser ist der dritte Adendorfer Verein: bereits existent sind der Schützenverein St. Hubertus  und die Freiwillige Feuerwehr – beide ebenfalls so lebendig wie eh und je.

Der Verein kommt rasch zur Blüte, er erlebt und überlebt den Zusammenbruch des Ersten Weltkrieges, die lange französische Besetzung des Rheinlandes mit ihren wirtschaftlichen Repressionen, die schwierigen Demokratieversuche der Weimarer Republik. Er übersteht die 12 Jahre des „tausendjährigen Reichs“, verliert Mitglieder im Zweiten Weltkrieg, liegt in der Nachkriegszeit fast am Boden und schafft es wieder, sich neu zu formieren. Und steht heute kraftvoll und mit gutem Renommee im weiten Umland vor uns.

Die Eintracht hat es sogar geschafft, die Eingliederung Adendorfs in die 1969 neu gegründete Gemeinde Wachtberg zu überleben. Ich hoffe, dass Sie alle mein Augenzwinkern bemerkt haben.

Ich habe jetzt nur ein wenig die äußeren Rahmenbedingungen anskizziert. Um zu Rainer Engberding zurück zu kommen: Viel wichtiger ist die Ausstrahlung, die von diesem Verein ausgeht. Und ich gehe mit Ihnen, lieber Herr Engberding, einig, wenn Sie sagen, man merke den Chormitgliedern die Freude an, die sie mit dem Singen verbinden. Ich empfinde als Außenstehender das vielleicht noch deutlicher, im Publikum kann man das bei Konzerten regelrecht spüren, mit welchem Spaß, der Ernsthaftigkeit keineswegs ausschließt, man zu Werke geht.

Und aus dieser Freude kommt das Engagement, die Bereitschaft, ehrenamtlich noch mehr zu tun als nur zur Probe zu kommen oder gelegentlich auf der Bühne zu stehen.

Die Eintracht war von vornherein immer auch ein Teil ihres Heimatortes, begleitete musikalisch das Dorfgeschehen, richtete Seniorenbetreuungen aus und bot mit qualitätsvollen Konzerten ihren Besuchern, die auch aus dem weiten Umkreis kamen und kommen, großartige Chormusik. Oft setzte sie mit professionellen Solisten noch das eine oder andere Sahnehäubchen drauf: Stichwort „Burgkonzerte“. Unsere Adendorfer betraten mit ihren Konzerten auch internationales Parkett. Dazu gehörte ein mehrjähriger Kontakt zum englischen Portsmouth. Man trat zudem in großartigen Räumen auf wie der barockenen Birnau am Bodensee oder dem Freiburger Münster. Und den Sängern wurde mit Reisen in den Schwarzwald, nach Hamburg, London und an den Bodensee, um nur einige Ziele zu nennen, auch Attraktives geboten, was den internen Zusammenhalt stärkte.

Mich wundert es übrigens nicht, dass auch Karnevalssitzungen veranstaltet wurden, und zwar nur mit vereinseigenen Kräften. Sie sind legendär. Klar: wenn man viereinhalb Jahrzehnte lang einen so einmaligen Vorsitzenden hat wie Matthias Cremerius mit seinem unnachahmlichen Humor, kann man als rheinischer Verein gar nicht anders, als  ein Ventil für diese Lebensfreude und diesen Humor im  Karneval zu suchen, selbstgemacht und handgearbeitet wie eine Adendorfer Schnelle. Schade, dass es diese Sitzungen nicht mehr gibt, auch wenn mit der einen oder anderen Büttrede meines im ersten Tenor singenden Freundes aus Fußballertagen Helmut Bollig noch etwas aus dieser Zeit aufblitzt.

Dafür bietet unser Jubilar etwas anderes.

Wir alle – und vor allem Sie, liebe Frau Eckhardt, - kennen die Probleme um den traditionellen Männer-Chorgesang. Und so klangen die Reden beim 90jährigen Jubiläum, das ich als damaliger Bürgermeister begleiten durfte und die Aussagen noch im Ohr habe, sehr verhalten was die Zukunft betraf.

Unter der Stabführung von Rainer Engberding hat die Eintracht eine eigene Antwort auf die damals bangen Fragen gefunden. Sie alle wissen, dass ich das wunderbare Töpfermusical meine. Ich will seine Entstehung hier nicht nacherzählen, da gibt es Berufenere, aber ich will es gewichten.

Was für eine Idee! Welcher Mut! Und wie viel Arbeit! Auch hier alles selbst gemacht wie in der Töpferstube: Idee, Text und Realisierung von und durch Rainer Engberding, die Ohrwurm-Musik vom eigenen Chorleiter Alfons Gehlen, und die Akteure aus den eigenen Reihen. Und was man zusätzlich benötigte, vor allem für die Frauenrollen, holte man sich über eine öffentliche Ausschreibung. Auch das: Wie mutig! Natürlich hatte man mit dem befreundeten Chor der Cäcilia aus Queckenberg einen großartigen Partner hinzugenommen, aber auch der besteht  ausschließlich aus ehrenamtlich agierenden Amateuren, die ihren Spaß an dieser Aufgabe deutlich in die Inszenierung eingebracht haben.

Der Erfolg war überwältigend und hat den guten Ruf unseres Jubilars weiter gesteigert. Und: Er war die Initialzündung für eine Öffnung des Chores für Frauenstimmen, so dass die alte Eintracht heute mit zwei Chören auftreten kann: Dem gemischten und dem reinen Männerchor. 13 Soprane, 17 Altstimmen, 5 erste und 8 zweite Tenöre sowie 7 erste und 12 zweite Bässe – insgesamt 62 Sängerinnen und Sänger sind eine hervorragende Basis für den Start ins zweite Jahrhundert, den wir heute und in den nächsten Wochen feiern.

Die Skepsis der 90Jahrfeier ist verflogen; der Verein ist stark wie nie zuvor. Er hat einen hervorragenden Chorleiter, der die Reihe guter Namen wie Josef Fleischhauer, Josef Münch, Helmut Assenmacher oder Gert Otterbach fortsetzt (wobei ich für Herrn Gehlen hoffe, dass man nicht auf die Tradition der 20er Jahre zurückgreift und ihn mit Naturalien aus Küche und Gärten der Sänger finanziert).

Unser Jubilar hat vor allem einen engagierten Vorsitzenden mit Rainer Engberding, einen hochgeschätzten Ehrenvorsitzenden mit – darf ich Sie mit Ihrem örtlichen Ehrennamen ansprechen?  - Matjö Cremerius, und er hat eine charmante Schirmherrin mit Gabriela Freifrau von Loe. Er trägt das Selbstbewusstsein erfolgreicher 100 Jahre in sich, an dem etliche hier Anwesende verdienstvoll mitgewirkt haben, und das er weitervermittelt an großartige Sängerinnen und Sänger, die mit dem Einracht-typischen Spaß an der Sache die Herausforderungen der Jubiläumsverstaltungen anpacken werden. Ein wenig neidisch habe ich erfahren, dass Sie in Kürze sogar in der wunderbaren Kathedrale von Palma auf Mallorca auftreten werden.

Lassen Sie mich schließen mit einer Anekdote, die ich Ihrem verdienstvollen Toni Wolber verdanke. Er war in Jugendtagen Schüler an einem Rheinbacher Gymnasium. Sein Griechischlehrer prägte ihm die Vokabel „adein“ (gleich singen) damit ein, dass man an das nahegelegene Adendorf denken solle. Adein sei im Namen Adendorf enthalten, also sei Adendorf das Dorf der Sänger.

Wenn unser Adendorf und unser Jubilar eine Imagekampagne nötig hätten – was nicht der Fall ist – dieser Spruch könnte von keiner Werbeagentur besser erdacht werden.

Voller Anerkennung für das Geleistete über Generationen hinweg gratuliere ich Ihnen, lieber Herr Engberding, stellvertretend für den Jubilar, seinem Vorstand, seinen Chören und seinem Chorleiter herzlich.

Ich wünsche eine gute Zukunft.


Burgkonzert 2009

Bilder vom Burgkonzert 2009


Weihnachtskonzert am 14.12.08

Konzert der Wachtbergchöre "Wachtberg singt" am 17.08.08