Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung e. V.

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Veranstaltungsankündigungen

Kräuterwanderung in Adendorf mit anschließender Verköstigung

Die Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung e.V. lädt ein zu einer Kräuterwanderung in Adendorf mit anschließender Verköstigung:

„Natur schmeckt“ - Wildkräuterbrot selbst gemacht

Samstag, 6. August 2016, von 14 bis ca. 18 Uhr
Treffpunkt: Kirchstr. 28 in Wachtberg-Adendorf
Kosten: 15 €uro

Diese lukullische „Kräuterwanderung“ wird geleitet von Dr. Dirk Holterman, Leiter der GUNDERMANN-AKADEMIE aus Adendorf. 2012 wurde er mit seinem Projekt: „Natur schmeckt“ von der UN als „Partner für Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.
Weil ja bekanntlich die Liebe durch den Magen geht – und das trifft für große und kleine Pflanzen gleichermaßen zu – warten auf die Gäste entsprechend der Jahreszeit viele eßbare Wildkräuter, die erklärt, gesammelt, verarbeitet und dann auch in Form einer KräuterLimonade und eines Kräuterbrotes verzehrt werden.
Festes Schuhwerk und witterungsangepaßte Kleidung werden empfohlen.
Weitere Auskünfte unter 02225-947426 oder 02225-15873 (GUNDERMANN-AKADEMIE)
Infos auch unter: http://www.gundermann-akademie.com/dga/dga005.htm

Pressemitteilung 30.5.2016

Die Schafstelze auf der Stelze

Die Vogelwanderung in der Morgenfrühe, zu der die Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung eingeladen hatte, stand unter dem etwas kühlen Glanz der aufgehenden Sonne und einem Konzert aus vielen, meist leiseren, zwitschernden oder auch krächzenden Vogelmelodien. Es war für den Führer dieser Vogelerkundung, den Biologen Dr. Matthias Schindler, ein wichtiges Anliegen, Vögel nicht nur im Fernglas oder mit Stativ festzuhalten, sondern sie auch an ihrem Gesang, an ihrem Flug und in ihrem bestimmten Biotop zu erkennen. Er führte seine gelehrige Gruppe, alles Frühaufsteher an diesem Morgen, zuerst in die Feldflur vor der Adendorfer Burg und danach in das Naturschutzgebiet der Swistaue.

Die jüngste Teilnehmerin war mit ihren acht Jahren Sophie Fiehler, die Ohren und Augen spitzte und sogar schon einiges Wissen mitbrachte. Tapfer hielt sie ohne Pause die über drei Stunden dauernde "Expedition", die zum Teil urig über Stock und Stein und Grasnarben führte, durch. Das Erlebnis einer unerwartet vielfältigen Vogelwelt in unserer Heimat war der Lohn.

Nur einige Höhepunkte - highlights - können hier erwähnt werden. Am Rande eines Getreidefeldes saß eine Schafstelze auf dem Pfosten einer benachbarten Apfelplantage und bot sehr geduldig aufgeplustert ihre goldgelbe Brust den Beobachtern dar, während im Feld davor eine Lerche sang und dann mit einem Lied "wie Blütenregen" der Sonne "entgegenschwirrte" (Aus einem Gedicht von Annette von Droste Hülshoff). Herr Dr. Schindler klärte uns auf, dass es nur noch sehr wenige Lerchen auf unseren Feldern gibt, weil die modernen Arbeitsmethoden ihnen das Überleben immer schwerer machen.

Die Swistaue mit ihren Tümpeln und "Bächen" ist noch heute ein wahres Paradies für kleine und große, friedliche und Raubvögel, Brüter und Durchzieher. An diesem Morgen waren die seltenen Lieblinge, das Braunkehlchen, das von Pfosten zu Pfosten hüpfte, und der Turmfalke, der aus dem Pappelwäldchen aufstieg. Ein herzliches Dankeschön sagte die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft, Ursula Perkams, Herrn Dr. Schindler und sprach gleichzeitig den herzlichen Wunsch zur Fortsetzung dieser schon seit zehn Jahren zur Tradition gewordenen "Vogelfrühwanderungen" aus.

Die Beobachtung und Pflege der besonderen Vogelwelt in der "Nische" Swistaue und Umgebung ist schon seit vielen Jahren ein Anliegen der Aktionsgemeinschaft, das sie konsequent verfolgt und in wissenschaftlichen Gutachten dokumentieren lässt.

Foto Vogelwanderung 2016 

 

Kurzdarstellung des Vereins

Die Aktionsgemeinschaft wurde 1985 von Wachtberger Bürgerinnen und Bürgern, die besonders in Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf beheimatet sind, als Bürgerinitiative gegründet und als gemeinnütziger Verein eingetragen. Anlass ihrer Gründung waren die Mülldeponiepläne des Regierungspräsidenten in Köln, die am Standort Wachtberg-Adendorf die zentrale Sondermülldeponie des Regierungsbezirks vorsahen. An den Töpfertagen 1985 wurden diese Pläne durch Presseberichte erstmals bekannt. Eine betroffene Bevölkerung stand solidarisch auf zum Schutz der in Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft, und die Aktionsgemeinschaft war ihr Schutzinstrument vor drohenden Umweltgefahren. Ihre Arbeit wurde durch freiwillige Gutachten namhafter Wissenschaftler unterstützt.
Auch weiterhin stehen wir bereit, um an der umweltgerechten Entwicklung der Wachtberger Landschaft teilzunehmen und Bedrohungen von ihr abzuwenden. Den hohen Wert dieser über Jahrhunderte gewachsenen schönen Landschaft zu vermehren und bewusst zu machen, darin sehen wir eine wichtige Aufgabe. Pflege der Kulturlandschaft bedeutet für uns, auf zwei Feldern Tätigkeit zu sein: der Erhaltung der natürlichen Ressourcen sowie der Förderung und Erhaltung des kulturellen Erbes unserer Dörfer.
Im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzes arbeiten wir eng mit der Abteilung „Ökologie der Naturlandschaft“ der Universität Bonn zusammen. Mit ihr gab die Aktionsgemeinschaft 2002 einen Leitfaden für das regionale Artenschutzprojekt „Heimische Bienen und Wespen“ heraus. Mit diesem durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung geförderten, mit großen Schautafeln ausgestatteten Projekt gestaltet sie aktiv den Unterricht an zwei Wachtberger Grundschulen mit. Jährlich veranstaltet sie eine Naturkunderallye für Kinder. In unserem Auftrag ermittelte die Universität Bonn zwischen 2008 und 2010 den Vogelbestand unserer Gegend, insbesondere in der Swistaue zwischen Adendorf und Eckendorf. Auf der Grundlage dieses Gutachtens führt eine Arbeitsgruppe unseres Vereins kurz- und mittelfristige Schutzmaßnahmen in diesem regional bedeutsamen Gebiet, das zum Teil unter Naturschutz steht, durch. Schon seit Jahren pflegt die Aktionsgemeinschaft hier eine Naturschutzwiese.

Für das Gebiet der Heimatgeschichte stehen zwei Buchveröffentlichungen der Aktionsgemeinschaft: „Die Adendorfer Töpfer im Wandel der Zeit“ (1991) und „1100 Jahre Adendorf. 893-1993“ (1993). Im Jahre 2007 konnte die Aktionsgemeinschaft dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Stiftungen der Kreissparkasse Köln die historische Ortstafel des Burgen- und Töpferorts Adendorf auf dem Dorfplatz aufstellen. Aktuell arbeiten wir daran, die Geschichte des Töpferortes im Dorfbild sichtbar zu machen: Ein von uns eingerichteter Töpferpfad weist bereits auf die Geschichte der Tonverarbeitung in Adendorf hin, und bald sollen Plaketten an ehemaligen Töpfereien die Geschichte dieses Gewerbes augenfällig werden lassen. Eine Kunsthistorikerin arbeitet die Geschichten der Adendorfer Töpferfamilien auf, ein Töpfereimuseum ist in Planung. Für die historisch Interessierten veranstaltet die Aktionsgemeinschaft jährlich eine heimatkundliche Wanderung. Im Frühjahr findet alljährlich eine Pflanzen- und Samenbörse statt. Mittelpunkt aller Veranstaltungen der Aktionsgemeinschaft ist aber das von vielen Adendorfer und Wachtberger Vereinen mitgetragene Heimatfest, das alle zwei Jahre auf Burg Adendorf stattfindet und ein Aufruf zum Schutz unserer wertvollen Heimat sein soll.
Ansprechpartner:
Vorsitzende: Ursula Perkams, 02225/947426, u.perkams@web.de.
Historische Koordination: Dr. Margit Euler, 0228/7488875, margit.euler@t-online.de.
Arbeitskreis Swistbachaue: Philipp Willert, 02225/9800145.


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