Umwelt- und Naturschutz

  1. Naturräume
  2. Der Adendorfer Wald
  3. Umweltschutz in der Landwirtschaft
  4. Umweltschutz der beiden Adendorfer Burgen
  5. Die Adendorfer Tongrube
  6. Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen der Aktionsgemeinschaft
  7. Brutvogelliste
  8. Adendorf schützt die Schwalben
  9. Adendorfer Pflanzliste
  10. Extensives Grün auf Dächern
  11. Saatgut aus dem eigenen Garten.

1. Naturräume

In der Gemarkung Adendorf können grob drei Naturräume unterschieden werden, nämlich


2. Der Adendorfer Wald

Der Töpferort Adendorf wird im Norden und Westen durch den Adendorfer Wald begrenzt. Hier wachsen auf Lössverwitterungsböden bei ca. 650 mm Niederschlag im Jahr bevorzugt Eichen und Buchen, aber auch vereinzelt Kirschen, Ahorn und Eschen, Fichten , Douglasien  und  Kiefern.  Seit Generationen  wird  in Adendorf  naturgemäße Waldwirtschaft  betrieben. Die nachhaltige Forstwirtschaft  steht hier im Mittelpunkt der Bewirtschaftung. Dies bedeutet Aufbau von Mischwaldbeständen, Pflege aller Baumarten in allen Altersstufen und die Regulierung der Wildbestände zur Förderung der Naturverjüngung sowie das Betreiben eines  konsequenten Biotop- und Artenschutzes.
Der Adendorfer Wald ist mit dem Gütesiegel PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) zertifiziert. Darunter versteht man ein integratives Konzept zur Bewirtschaftung des Waldes, in dem ökologische, soziale und ökonomische Aspekte  miteinander verbunden werden.
Anfang des 18. Jahrhunderts diente der  Holzeinschlag vor allem den Adendorfer Kannebäckern für den  Brand ihrer Tonwaren. Heute findet das wertvolle Holz vorwiegend Verwendung in der Bau- und Möbelindustrie. Abnehmer  sind  neben den heimischen Sägewerken die Beneluxstaaten, China und Japan. Verstärkt rückt die Nachfrage von Privathaushalten nach Energieholz in den Vordergrund.  
Heute gehört der Wald zum Naturpark Kottenforst. Als „Adendorfer Bahn“ wird der zentrale Weg durch den Wald bezeichnet, der über das Rote Kreuz bis zur L 158 an den Parkplatz „Drei Steine“ führt. Dort treffen die drei ehemaligen Herrschaftsgebiete des Kurfürsten von Köln mit denen der reichsunmittelbaren Herrschaften Gudenau und Adendorf zusammen.
Mit Fertigstellung der Bundesautobahn 565  verbinden zwei Fußgängerbrücken die Stadt  Meckenheim mit dem Adendorfer Wald, der seitdem hunderten von Bewohnern der Umgebung als wichtiges Naherholungsgebiet dient. Um dem Wald und seinen Funktionen als  Lebensraum für Flora und Fauna, als ruhespendender Erholungswald und der auf Nachhaltigkeit aufgebauten Forstwirtschaft gerecht zu werden, bedarf es der besonderen Rücksichtnahme seitens der Waldbesucher.  Hierzu gehören das Verbleiben der Spaziergänger auf den Wegen und das Anleinen von mitgeführten Hunden. Dieses umsichtige Verhalten  ermöglicht den freilebenden Wildtieren den Erhalt ihres natürlichen Lebensraumes und fördert die ungestörte Entwicklung der heimischen Pflanzen. Der Wald stellt die Lunge unseres Ökosystems dar und ist daher mit großem Respekt zu behandeln.

Wald


3. Umweltschutz in der Landwirtschaft


4. Umweltschutz der beiden Adendorfer Burgen

Burg Adendorf:

Die Burg hat Öffnungen im Dach, um den Schleiereulen das Nisten zu ermöglichen. In den ehemaligen Stallungen und Scheunen nisten Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalben. Auch Fledermäuse nutzen die Unterschlupfmöglichkeiten. Auf dem Burggraben leben Wildenten und ein Paar Nilgänse, die dort bereits gebrütet haben. Ökologisch von Bedeutung sind die Streuobstbestände im Burggarten und am Forsthaus.

Burg Münchhausen:

Auch dort nisten Schleiereulen. Um den Schleiereulen den Mäusefang in den Pferdeställen im Winter zu ermöglichen, wurde die Tore der Ställe so konstruiert, das die Schleiereulen auch bei geschlossener Tür in den Stall fliegen können. Im Turm der Burg ziehen Käuzchen und Turmfalken ihre Jungen auf. Aus privater Initiative wurden in den letzten Jahren rund 300 Bäume im Umkreis der Burg gepflanzt.


5. Die Adendorfer Tongrube

Die Adendorfer Tongrube ist noch in Betrieb. Trotz des Betriebes haben sich dort viele Amphibien und Reptilien angesiedelt. Die Amphibien profitieren von den vielen Kleinstgewässern und der artenreichen Ruderalflora. Unter den gefundenen Arten sind viele, die auf der Roten Liste von NRW und/oder der Bundesrepublik stehen, so z.B. der Kammmolch. Mit Sicherheit sind folgende Arten neben dem Kammmolch nachgewiesen (Umweltbericht WBB Fuchs 2006): Wasserfrösche, Grasfrosch, Feuersalamander, Erdkröte, Bergmolch, Teichmolch, Fadenmolch. Vermutet wird das Vorkommen von Springfrosch, Ringelnatter, Zauneidechse, Blindschleiche.


6. Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen der Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung e.V. (Aktionsgemeinschaft)


7. Brutvogelliste

Die Liste ist ein Teil einer von der Aktionsgemeinschaft finanzierten Diplomarbeit von Frau Anja Koglin. Sie erfasst neben den Brutvögeln auch Durchzügler (DZ) – z.B. Kraniche – und Nahrungsgäste (NG), die zwar nicht im Gebiet brüten, aber aus der weiteren Umgebung zur Futtersuche kommen.

Bitte klicken Sie hier: Brutvogelliste


8. Adendorf schützt die Schwalben - Aktion im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“

Sie sind wieder da, die Schwalben und Mauersegler, sie schweben und segeln am Himmel dahin und wir wissen: Der Sommer ist da! Sie bringen uns Glück!

Doch sie haben es nicht leicht in unserer modernen Zivilisation, in der es fast keine Lehmpfützen mehr gibt und schöne Hausfassaden so mit ihrem Kot verdreckt werden, dass die Menschen ihre Feinde werden. Aber kein Dorf hat Zukunft ohne Schwalben!

Gemeinsam mit der Umweltbeauftragten der Gemeinde Wachtberg, Frau Hannelore Vogel, und dem Umweltamt des Rhein-Sieg-Kreises hat sich die Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung deshalb in den letzten Jahren bemüht, besonders im Töpferort Adendorf die Überlebenschancen der Schwalben zu verbessern. Die jährlichen Schwalbenzählungen, die Herr Heinz Kerzmann im Auftrag der Aktionsgemeinschaft durchführte, ergaben, dass Adendorf der schwalbenreichste Ort in der Gemeinde Wachtberg ist – für die Aktionsgemeinschaft ein Ansporn dafür zu sorgen, dass das so bleibt, aber auch alle Anstrengungen für eine bessere Zukunft der Schwalben zu machen.

Deshalb hat die Aktionsgemeinschaft in diesem Jahr eine Aktion zur Rettung und Mehrung der Schwalben im Töpferort gestartet und sie hat für dieses Ziel starke Verbündete gefunden – in Frau Vogel, in Gemeindebrandinspektor Markus Zettelmeier, seinem Stellvertreter Markus von Wirtz und den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, Löschgruppe Adendorf. Es ging nicht nur darum, auf Wunsch Kotbretter und neue Kunstnester in teilweise großen Höhen anzubringen. Viel wichtiger waren Gespräch und Beratung mit von Kotdreck direkt betroffenen Hausbesitzern. In zwei Rundgängen durch den Töpferort am 7.3. und 10.3.2009 ist es Frau Vogel, Herrn Zettelmeier und Frau Perkams gelungen, in zahlreichen Begegnungen eine größere Akzeptanz der Betroffenen dem Brutverhalten der Schwalben gegenüber herzustellen. Denn das Zerstören von Schwalbennestern ist unter Strafe gestellt. und empfohlene kleinere Schutzmaßnahmen reichten oft schon aus, empfindliche Stellen vor dem Kotdreck der Schwalben zu schützen.

Im Endergebnis waren 6 neue Kunstnester für Außenwände und ein über 3 Meter langes Kotbrett, das Herr Günter Perkams anfertigte, anzubringen. Diese Aktion fand Anfang Mai statt. Um einen sicheren Stand für die in größeren Höhen notwendigen Arbeiten zu gewährleisten, hatte Gemeindebrandinspektor Zettelmeyer beim Bauhof der Gemeinde Wachtberg eine Hubarbeitsbühne ausgeliehen und die Mitglieder der Löschgruppe Adendorf rückten mit ihrem Mannschaftswagen an.

Nach 3 Stunden Arbeit war alles geschafft, die neuen „Wohnungen“ für die Schwalbenfamilien warten auf Zuzug. Im Namen der Aktionsgemeinschaft dankte Frau Perkams sehr herzlich allen Beteiligten, auch dem Bauhof, vor allem aber den hilfsbereiten Feuerwehrleuten aus Wachtberg und Adendorf.

Das Foto zeigt das Anbringen eines Doppelkunstnestes in ca. 8 Meter Höhe an der Giebelwand des denkmalgeschützten Hauses in der Georg-von-Loe Straße 4; auf der Arbeitsplattform stehen die Feuerwehrmänner Josef Ohrem und Peter Beyel. Herr Zettelmeyer und Herr von Wirtz steuern die Plattform von der Arbeitsbühne aus.

 


9. Adendorfer Pflanzliste

Die Aktionsgemeinschaft hat - zusammengestellt von Eberhard Tschentke - eine Empfehlung erarbeitet, welche Pflanzen und Gehölze in den Adendorfer Fluren und Gärten gepflanzt werden sollten. Es handelt sich um Pflanzen, die hier heimisch sind und hervorragend mit der heimischen Tierwelt zusammenleben. Gleichzeitig finden Sie Hinweise auf Blüten- und Fruchtzeiten und wertvolle Tips, unter welchen Bedingungen die Pflanzen am besten gedeihen. Die Adendorfer Pflanzliste erhalten Sie kostenlos bei der Aktionsgemeinschaft, oder klicken Sie hier: Adendorfer Pflanzliste

 


10. Extensives Grün auf Dächern

von Eberhard Tschentke

1.  Warum Dachbegrünung?
Eine Dachbegrünung ist in Deutschland noch immer unüblich, obwohl ein begrüntes Dach viele Vorzüge bietet, nämlich:

Der Eine oder Andere empfindet den weniger „ordentlichen“ Eindruck der Pflanzung und den im Frühjahr und Herbst geringeren Blütenreichtum als Nachteil. Dafür verursacht die Pflege jedoch so gut wie keinen Aufwand und der Besitzer hat auf einer sonst nicht nutzbaren Fläche ein kleines „Naturschutzgebiet“ geschaffen.

2.  Welche Dächer kommen infrage?
Grundsätzlich sind alle dichten Flachdächer geeignet. Dichte Flachdächer können bei handwerklichem Geschick ganz oder teilweise durch den Eigentümer begrünt werden.
Auch Dächer mit einer Neigung bis zu 45 Grad können begrünt werden. Hier sind spezielle Maßnahmen erforderlich, um das Abrutschen der Begrünung zu vermeiden. Diese Arbeiten sollten zweckmäßigerweise Fachfirmen überlassen bleiben.
Im Folgenden wird nur auf die Begrünung von Flachdächern eingegangen.

3.  Aufbau eines Gründachs auf einem Flachdach
Der Aufbau besteht ausgehend von der Dachoberfläche in der Regel aus folgenden Schichten:

Ein Architekt oder Statiker sollte immer befragt werden, ob das geplante Gründach im Rahmen der zur Verfügung stehenden Nutzlast des Daches verwirklicht werden kann.

4. Beispiele für selbst hergestellte Pflanzsubstrate
Lavakultursubstrat:

Tongranulatsubstrat:

Gartenerdesubstrat:

5. Arbeitsablauf
Als erstes ist zu ermitteln, ob das geplante Gründach die  Nutzlast des Daches nicht übersteigt.
Vor Beginn der Arbeiten ist das Dach auf Dichtigkeit zu überprüfen. Besonderes Augenmerk sind den Anschlüssen an die Dacheinläufe, Lichtkuppeln, Dehnungsfugen und Dachrändern zu schenken. Damit wird späteren kostspieligen Reparaturen vorgebeugt. Mögliche Unebenheiten des Daches sollten ausgeglichen werden.
Falls das Dach nicht wurzelbeständig ist, muss eine Wurzelschutzbahn aufgebracht werden, die ebenfalls dicht sein muss.
Dann folgt die Auswahl der Aufbauvariante und die Berechnung und Beschaffung der Materialien.

6. Pflanzenauswahl
Entscheidend für die Pflanzenauswahl sind die Standortfaktoren, insbesondere die Dicke der Substratschicht, Besonnungs-, Niederschlags- und Abflussverhältnisse sowie die Windbelastung. Die unterschiedliche Kombination der Faktoren führt zu einer Vielzahl von Begrünungsmöglichkeiten.
Hilfreich ist ein Blick auf natürliche Pflanzengesellschaften, die in etwa die Standortfaktoren wie die zu begrünende Dachfläche aufweisen. Die dort aufgeführten Pflanzen werden häufig auch auf dem Dach gedeihen.
Für die Dachbegrünung sollten einheimische und ungefüllt blühende Pflanzen, die nicht oder nur geringfügig züchterisch bearbeitet sind, ausgewählt werden. Zum einen sind sie den hiesigen Boden- und Klimaverhältnissen besser angepasst und zum anderen bieten sie der heimischen Tierwelt  einen wertvollen Ersatzlebensraum.
Im Folgenden werden Vorschläge für eine Begrünung auf einer Substratschicht von 4 bis 5 cm und zwar für einen sonnigen und einen halbschattigen Standort gemacht. Die Vorschläge beschränken sich auf einheimische Arten, die sich z.T. auch selbst aussäen.
Wenn die Bepflanzung der natürlichen Dynamik überlassen wird, kann sogar auf eine Minimalpflege verzichtet werden. Dann werden sich Änderungen in der Anzahl der gepflanzten Arten und ihrer Verteilung auf dem Dach ergeben. Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn die Erstbepflanzung nicht flächendeckend erfolgt. Ein solches Vorgehen schont auch den Geldbeutel.

Liste möglicher Pflanzen für einen sonnigen Standort

Name: Deutsch Name: Lateinisch  Blütezeit:  Blütenfarbe: Wuchshöhe:  Bemerkungen:  
Scharfer Mauerpfeffer   Sedum acre                    
VI-VII   gelb 20 cm  Sehr konkurrenzstark; Bestände brechen  nach der Blüte zusammen, jedoch Selbstaussaat
Weißer Mauerpfeffer  Sedum album                                    
 VI-VII    weiß 20 cm Bildet lockere Rasen. Verträgt keine Beschattung
Tripmadam Sedum rupestre  VI-VIII gelb 30 cm Essbar. Verträgt auch Halbschatten
Milde Fetthenne    Sedum sexangulare  VI-VIII    gelb  15 cm   Bildet dichte Matten und Polster. Konkurrenstark gegenüber Gräsern. Regeneriert sich besser als Sedum acre
Kriechende Fetthenne Sedum spurium VII-VIII    rosa 30 cm Wüchsig und dicht. Sehr hohe Trockenheitsverträglichkeit. Verträgt auch Halbschatten
Purpur Fetthenne Sedum telephium  VII-IX purpurn 60 cm     
Spinnweb-Hauswurz   Sempervivum arachnoideum   VII-IX karmin 10 cm  Leicht zu kultivieren
Hauswurz  Sempervivum tectorum VII-IX rot 10 cm  
Frühblühender Thymian  Thymus praecox      V-VI lila 10 cm  Volle Sonne
Sandthymian    Thymus serpyllum VI-VII rosa 5 cm  Volle Sonne
Feldthymian, Quendel Thymus pulegioides VI-IX rosa   20 cm Volle Sonne
Bergsteinkraut Alyssum montanum  IV-VI  gelb 10 cm    Volle Sonne
Zypressenwolfsmilch  Euphorbia cyparissia   IV-VIII  gelb 30 cm Kriechende Ausläufer. Volle Sonne
Silberdistel Carlina acaulis    VII-IX    silber 20 cm   Zierliche 1-2-jährige Distel.Selbstaussaat
Reiherschnabel Erodium cicutarium   V-VII rosa 5-20 cm Selbstaussaat
Pflaumeniris Iris graminea  V-VI  violett 40 cm  Dichte, rasige Horste. Sehr trockenheitsresistent. Duft
 Zwergiris   Iris pumila  IV-V blau 10-15 cm  
Sandnelke       Dianthus arenarium  III-IX rosa 50 cm  
Karthäusernelke Dianthus carthusianorum V-IX  purpur 50 cm Verträgt Halbschatten
 Goldlauch   Allium moly V-VI goldgelb 20-30 cm  
Berglauch  Allium montanum   VI-VIII rosa 25 cm   Volle Sonne
Weinbergslauch Allium vineale VI-VIII  rosa 25-75 cm Häufig nur rote Brutzwiebel im Blütenstand
Gekielter Lauch  Allium carinatum VI-VIII rosa-weiß 30-40 cm Im Blütenstand zahlreiche grüne
Brutzwiebeln. Liebt Kalk. Konkurrenzstark gegenüber Gräsern
Rosslauch Allium oleraceum  VI-VIII rot 20-70 cm Häufig nur rote Brutzwiebel im Blütenstand
Kleine Träubelhyazinthe  Muscari botryoides  III-V himmelblau 10-15 cm   Verträgt auch Halbschatten. Neigt zur Verwilderung. Hat sich von allen
Kleinzwiebeln  bei extensiver Begrünnung am besten bewährt
Schopfige Traubenhyazinthe Muscari comosum  IV-V tiefblau 30-70 cm   
Weinbergshyazinthe Muscari racemosum IV-V schwarzblau 10-20 cm  
Rundblättrige Glockenblume Campanula rotundifolia  VI-IX blau 40 cm  
Taubenkropf       Silene vulgaris   V-IX  weiß 25-30 cm   Sehr trockenheitsresistent. Gute Selbstaussaat.
Kleines Habichtskraut  Hieracium pilosella  V-IX  gelb 5-15 cm  Hohe Konkurrenzkraft auf  trockenen, mageren Böden gegenüber Gräsern
Schafschwingel Festuca ovina    VI-X   10-50 cm Bildet dichte und ausdauernde Horste
Frühlingsseege Carex caryophyllea III-IV   10-30 cm  Bildet an extremen Standorten lockere Rasen. Ausläufer
Blauschwingel    Festuca cinera  VI-VII    10-40 cm  Flächendeckende Massenbestände werden selten gebildet
Wimpern-Perlgras    Melica ciliata VI   30-70 cm   Horst- und ausläuferbildend

Liste der für einen halbschattigen Standort möglichen Pflanzen

Kriechender Günzel Ajuga reptans   IV-V   blau 5-15 cm  Bevorzugt frische Standorte. Ausläufer
Zimbelkraut       Cymbalaria muralis VI-IX  lilablau 3-5 cm   Formt durch Ausläufer lockere Matten
Gundermann    Glechoma hederacea  IV-V  violett 10-15 cm    Sehr konkurrenzstark durch Ausläufer. Vorsicht bei Benachbarung
Pfennigkraut Lysimachia nummularia  V-VIII  gelb 5-10 cm   Teppichbildung durch Ausläufer. Große Blüte
Immergrün    Vinca minor  IV-VI   blau 10-20 cm Wintergrüner Bodendecker
Rote Waldnessel     Lamium maculatum V rot 20-25 cm  
Waldehrenpreis   Veronica officinalis   VI-VIII blau 30 cm  Kein Kalk. Teppichbildner
Tüpfelfarn         20-30 cm  Kein Kalk. Ausläufer

Neben den aufgeführten Arten können die in der vorstehenden Liste genannten Arten, die Halbschatten vertragen, verwendet werden. Die Pflanzung kann außerdem durch Moose ergänzt werden.


11. Saatgut aus dem eigenen Garten
(von Eberhard Tschentke)

Im Gegensatz zu Zeiten unserer Urgroßeltern ist es heute einfach, das Saatgut für den Gemüseanbau im Hausgarten zu kaufen. Trotzdem sprechen gewichtige Gründe dagegen, nämlich:
Eine handvoll großer Agrarkonzerne (u.a. Monsanto, Pioneer), beherrschen heute 2/3 des Weltsaatgutmarktes, dessen Volumen auf ca. 22 Milliarden Dollar geschätzt wird. Bei der Pflanzenzüchtung dieser Unternehmen stehen nicht die Interessen der Konsumenten und Anbauer im Fokus, sondern der Profit. Daher  versuchen diese Firmen z.B. über Patente auf Pflanzen eine Monopolisierung bei der Saatguterzeugung zu erreichen.   
Das in Deutschland vertriebene konventionelle Saatgut wird ausnahmslos nicht in Mitteleuropa, sondern in klimatisch begünstigten Gebieten erzeugt. D.h., das Saatgut ist an die mitteleuropäischen Klimabedingungen nicht angepasst. Die mittelständische deutsche Saatgutindustrie, die in früheren Zeiten im Wesentlichen in Deutschland produziert hat, ist verschwunden.
Um einen dauerhaften jährlichen Absatz zu gewährleisten, werden von den Saatgutfirmen an Stelle samenfester Sorten immer mehr sog. F1–Hybriden angeboten. Diese Hybriden spalten bei der Nachzucht in verschiedene, häufig nicht anbauwürdige Sorten auf. Daher ist der Gärtner oder Landwirt gezwungen jedes Jahr Samen nachzukaufen. Die Auslistungen in der EU-Sortenliste zeigt die Entwicklung deutlich. 1985 waren in dieser Liste 204 F1-Karottensorten enthalten (= 43 %). Der Anteil an F1-Karottensorten stieg bis 1999 auf 73 %. Bei Tomaten, Paprika und Chinakohl liegen die Anteile inzwischen bei ca. 80 %.
Die in früheren Zeiten vorhandene Sortenvielfalt geht dabei Stück für Stück verloren. Viele Regionen in Deutschland hatten ihre eigenständigen Sorten. Landwirte und Gärtner besaßen ihre eigenen Haussorten. In den Gartenbüchern aus dem vorletzten Jahrhundert gibt es noch Ratschläge für die eigene Saatgutgewinnung.  Der Sortenerhalt in Genbanken ist nur ein Notbehelf, weil nur die regelmäßige Pflanzung die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen gewährleistet. Im Übrigen wird in den Genbanken nur ein kleiner Teil der Nutzpflanzenvielfalt erhalten.
Die heute angebotenen Gemüsesorten sind primär auf höheren Ertrag gezüchtet. Sie sind daher für einen biologischen Anbau, wie er im Hausgarten häufig noch üblich ist, nicht geeignet. Sie sind für gutes Gedeihen häufig auf Kunstdünger und Pestizide angewiesen. In vielen Ländern wird das Saatgut für Landwirte nur noch im Paket mit Kunstdünger und Pestiziden angeboten.
Konventionelles Saatgut ist häufig gebeizt. Hierbei werden, insbesondere im Bereich der Landwirtschaft und dem Erwerbsgartenbau auch Neonicotinoide verwendet, die im Verdacht stehen, neben anderen Ursachen, für das weltweite Bienensterben verantwortlich zu sein. Das Beizmittel kann aus dem Boden in die Pflanze und damit in die Pollen geraten und so die Bienen schädigen. Auch durch den Abrieb beim Säen gelangt das Mittel direkt in die Umwelt. Dieses Beizmittel wird mit für das Bienensterben 2008 in Deutschland verantwortlich gemacht.
Bei dieser Sachlage sprechen folgende Vorteile für eine eigene Saatgutgewinnung:

Für einen Einstieg in eine eigene Saatgutgewinnung eignen sich vor allem folgende Arten, die einjährig vermehrt werden können:

Der erste Schritt zur eigenen Saatgutgewinnung ist die Beschaffung samenfester Sorten. F1-Hypriden eignen sich nicht, da sie in nicht vorhersehbarer Weise aufspalten. Weiter ist wichtig zu wissen, ob es sich bei den zur Samenvermehrung bestimmten Sorten um Selbstbefruchter oder Fremdbefruchter handelt. Bei den sog. Selbstbefruchtern können mehrere Sorten einer Gemüseart im Garten angebaut werden, ohne dass es zu Verkreuzungen kommt. Bei Fremdbefruchtern kann jedes Jahr nur eine Sorte angebaut werden, es sei denn, der Gärtner verhindert durch geeignete Maßnahmen, z.B. durch Anbau in „Käfigen“ eine Fremdbestäubung durch Insekten oder Wind.
Wer auf Dauer gesundes und ertragreiches Gemüse will, muss bei der Samenernte eine Auslese betreiben. Im Wesentlichen ist dabei auf Folgendes zu achten:

Die Samengewinnung

Gartenbohne (Stangenbohne und Buschbohne):
Die Gartenbohne ist in Deutschland ein Selbstbefruchter. Verkreuzungen kommen nur als ganz seltene Ausnahme vor. Von den Gartenbohnen können daher mehrere Sorten im Garten für die Samengewinnung angebaut werden. Die zur Samengewinnung ausgesuchten Pflanzen sind noch während der Wachstumsperiode zu kennzeichnen.
Die Bohnen sind reif, wenn die Hülsen trocken, brüchig und verfärbt sind. Die Hülsen sollten dann ca. 2-3 Wochen im Warmen  nachtrocknen. Anschließend sind die Bohnen aus den Hülsen zu entnehmen, mit Namen und Jahr zu kennzeichnen, trocken und kühl aufzubewahren.

Feuerbohnen:
Feuerbohnen sind Fremdbefruchter. Sie werden primär von Bienen und Hummeln bestäubt. D.h., wenn keine besonderen Vorkehrungen gegen eine Fremdbefruchtung getroffen werden, kann nur eine Sorte sortenrein im Garten angebaut werden.
Feuerbohnensorten sind in der Regel Auslesen aus Sortengemischen. Es spricht daher nichts dagegen, verschiedene Sorten der Feuerbohne im Garten nebeneinander anzubauen. Dies wird z.B. in der Steiermark praktiziert, wo eine sortenreine Vermehrung wegen des häufigen und allgemeinen Anbaus verschiedener Sorten nicht möglich ist.
Die Feuerbohnen haben eine längere Vegetationsdauer als Stangenbohnen. Aus diesem Grunde sollten den gekennzeichneten Samenträgern die ersten Hülsen belassen werden. Dies führt allerdings dazu, dass diese Pflanzen regelmäßig keine weiteren Hülsen ansetzen.
Zur Samenernte gilt im Übrigen das bei der Gartenbohne Vermerkte.
Tipp: Feuerbohnen sind wesentlich robuster als Gartenbohnen. Sie lieben kühlfeuchtes Klima und können bereits Ende April/Anfang Mai bei Bodentemperaturen von 8-10 Grad ausgesät werden. Im heißen Sommer setzen Feuerbohnen keine Hülsen an.

Puffbohnen (Dicke Bohne, Ackerbohne, Saubohne):
Puffbohnen sind je nach Sorte Selbstbefruchter oder Fremdbefruchter. Die Mehrzahl der Sorten befruchtet sich selbst. Aber auch bei diesen Sorten gibt es immer wieder Verkreuzungen, da die Puffbohne gerne von Insekten besucht wird. Außerdem ist in der Regel dem Gärtner nicht bekannt, zu welcher Kategorie eine Sorte gehört. Um sicher zu gehen, wird zweckmäßigerweise nur eine Sorte im Garten angebaut.
Für die Samenernte werden die schwarz gewordenen Hülsen geerntet. Bei anhaltendem feuchten Wetter können auch halbreife Hülsen geerntet werden, die an einem trockenen und warmen Ort dann nachreifen. Nach der Reife sind die Bohnen von Hand auszulösen.
Tipp: Puffbohnen sind bereits Mitte Februar/Anfang März zu säen. Die frühe Saat hilft den Befall mit der schwarzen Bohnenlaus zu vermeiden oder zu vermindern. Falls es zum Befall kommt, sind die Triebspitzen frühzeitig auszuknipsen. Das Saatgut nicht vorquellen, da es dann im kalten Boden häufig verfault.

Erbse:
Bei der Erbse unterscheidet man Palerbsen, Markerbsen und Zuckererbsen. Die Palerbsen vertragen leichten Frost und werden in der Regel bereits im März  (Bodentemperatur 2-5 Grad) gelegt. Sie hat ein rundes und glattschaliges  Korn und wird vorzugsweise als Trockenerbse genutzt.
Die Markerbsen sind wärmebedürftiger und benötigen eine Bodentemperatur von 5-8 Grad. Sie haben im trockenen Zustand ein runzeliges Korn. Sie werden grün beerntet und können nicht als Trockenerbse verwendet werden, da sie nicht weich zu kochen sind
Die Zuckererbsen haben dieselben Temperaturansprüche wie die Markerbsen. Da sie im Gegensatz zu den Pal- und Markerbsen keine Pergamentschicht in der Hülse haben, werden die unreifen Hülsen gegessen. Die reifen Körner können wie die Körner der Markerbse nicht als Trockenerbse verwendet werden.
Die Erbsen sind Selbstbefruchter, aber  Fremdbefruchtung durch Hummeln und Bienen ist in seltenen Fällen möglich, insbesondere wenn großer Mangel an Blüten herrscht.
Die Hülsen der Erbse sind erst nach vollständiger Reife zu ernten. Kennzeichen der Reife ist die Brüchigkeit der Hülsen. Die Samen sind per Hand zu entnehmen. Bei der Samenernte ist auf den Befall mit Erbsenkäfern zu achten. Der Befall ist an einem kleinen dunklen Fleck oder einem kreisrunden Loch erkennbar. Diese Samen sind auszusortieren und zu vernichten.
Tipp: Erbsen sollten möglichst früh gesät werden. Sie sind Langtagspflanzen, d.h., die Blütenanlage wird durch lange Tage gefördert und damit der Ertrag gesteigert. Außerdem verhindern zu hohe Temperaturen im Sommer den Ansatz neuer Hülsen.

Radieschen und Mairettiche:
Radieschen und Mairettiche sind auf  Fremdbefruchtung angewiesen. Sie verkreuzen sich mit Rettichen, wenn diese gleichzeitig blühen, jedoch nicht mit anderen Kreuzblühtlern wie Kohlgewächsen oder Rüben.
Für den Samenanbau werden Radieschen und Mairettiche einjährig kultiviert. Beim Samenanbau muss der Gärtner, wenn er keine besonderen Vorkehrungen gegen das Verkreuzen trifft, sich in einem Jahr entweder für eine Radieschensorte oder Mairettichsorte entscheiden. Der Samenanbau von Rettichen setzt eine zweijährige Kultur vorraus.
Für den Samenanbau ist eine frühe Aussaat (März/April) vorteilhaft. Die Samen reifen dann im August/September. Da die Samenstände sehr hoch werden (bis zu 2 Meter), ist ein Anstäben wichtig. Die ersten voll ausgereiften Samen sind am wertvollsten. Daher ist bereits mit der Samenernte zu beginnen,  wenn viele  Schoten mit braunen Samen an einer ansonsten noch vitalen Pflanze vorhanden sind. Die reifen Schoten oder die gesamte Pflanze nachtrocknen lassen und anschließend die Samen händisch entnehmen.
Tipp: Die grünen Schoten der Radieschen können, solange sie zart sind, als Gemüse genutzt werde.

Kürbis:
Die Kürbisse im engeren Sinn gehören zu den Kürbisgewächsen, dazu zählen unter anderem auch Gurken und Melonen.
Bei den Kürbisse im engeren Sinne sind drei Arten für den Gärtner interessant, nämlich Pepo-, Maxima- und Moschuskürbis.
Zu den Pepo-Kürbissen gehören z.B. Zucchini, Spagettikürbis, Rondini, Ufo-Kürbis, Acorn, Patisson und Steirischer Ölkürbis. Kennzeichen dieser Art sind die Fruchtstengel, die fünf Haupt-Längsrippen haben.
Maxima-Kürbisse sind unter Anderem Gelber Zentner, Buttercup, Bischofsmütze, Golden Hubbard, Roter Hokkaido und Grüner Hokkaido. Kennzeichnend für die Kürbisse dieser Art sind die runden und verkorkten Stengel.
Moschuskürbisse haben kantige, zum Teil scharfkantige Stengel, die an der Basis wesentlich breiter sind. Moschus-Kürbisse sind beispielsweise Butternuss, Langer von Nizza und Muscade de Provence.
Alle Kürbisarten sind unabhängig davon, ob sie ranken oder nicht, einhäusig. D.h., es sind weibliche und männliche Blüten an einer Pflanze und die Pflanze ist auf Befruchtung durch Bienen und Hummeln angewiesen. Verkreuzungen kommen nur innerhalb einer Art vor. Das bedeutet, alle  Pepo-Kürbisse verkreuzen sich untereinander, aber es gibt keine Verkreuzungen mit Maxima-Kürbissen oder Moschuskürbissen. Entsprechendes gilt auch für die beiden anderen Kürbisarten. Sortenreines Saatgut setzt außerdem voraus, dass in der Nachbarschaft nicht andere Sorten derselben Kürbisart angebaut werden.
Die Samen werden vollreifen Früchten, die bei niedriger Temperatur zwei bis drei Monate gelagert wurden, entnommen. Die Lagerung verbessert die Keimfähigkeit. Anhaftendes Fruchtfleisch ist zu entfernen und die Samen  im Warmen nachzutrocknen. Anhand von  einigen Kernen sollte geprüft werden, ob die Samen voll oder leer sind. Dies geschieht zweckmäßigerweise durch eine Wasserprobe. Keimfähige Samen sinken im Wasser unter, taube schwimmen oben.
Tipp: Zucchini besitzen eine genetische Barriere gegen Selbstbefruchtung, daher wird eine einzige Zucchini-Pflanze im Garten häufig nur wenige oder schlecht entwickelte Früchte tragen. Bei mehr als einer Pflanze sorgt die Überkreuzbestäubung für viele Früchte. Derselbe Effekt kann auch bei anderen Kürbisarten auftreten.

Gurke:
Die Gurken sind einhäusig und Fremdbefruchter. Die Befruchtung erfolgt in der Regel durch Bienen und Hummeln. Die Gurke verträgt auch die Befruchtung der weiblichen Blüten (erkennbar an dem Fruchtknoten in Form einer kleinen Gurke) mit dem Pollen ihrer eigenen männlichen Blüten (= Selbstbefruchtung).
Für die Samenernte sind ein oder zwei sortentypische reife Gurken auszuwählen, die nicht am Hauptstamm sitzen. Werden am Hauptstamm sitzende Gurken ausgewählt, kann dies den Ertrag erheblich mindern. Reif ist die Gurke, wenn ihre Schale gelb-orange oder braun geworden ist. Die Gurke hat dann auch die Genussreife überschritten. Dann ist die Gurke abzunehmen und noch einige Wochen trocken und warm zu lagern. Die Lagerung verbessert die Qualität der Samen.
Zur Samengewinnung sind die Gurken zu halbieren und die Samen herauszuschaben. Die Samen mit dem anhaftenden Fruchtfleisch werden in ein Glas mit warmen Wasser gegeben. Das Glas nicht abdecken. Durch die Gärung löst sich das Fruchtfleisch von den Samen. Wenn sich das Fruchtfleisch von den Samen gelöst hat, sind die Samen aus dem Wasserbad zu entnehmen und zu trocknen. Ob die Samen „sauber“ sind, lässt sich durch eine Fingerprobe feststellen. Fühlen sich die Samen nicht mehr glitschig an und sind sie zu Boden gesunken, ist der richtige Zeitpunkt erreicht. Dies ist häufig bereits nach 24 Stunden der Fall. Die „sauberen“ Samen schleunigst aus dem Wasser nehmen, sonst keimen sie und werden damit wertlos.
Die Qualität der Gurkensamen nimmt mit dem Alter zu. Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsesamen liefern Gurkensamen, die zwei oder drei Jahr alt sind, die besten Resultate bei der Anzucht.

Tomate:
Die Tomaten sind Selbstbefruchter. Tomaten verschiedener Sorten können, ohne eine Verkreuzung befürchten zu müssen, nebeneinander gepflanzt werden.
Für die Samenernte werden  vollreife Tomaten genommen. Das gallertartige Innere der Frucht mit den Samen wird wie bei der Gurke in ein Glas mit warmen Wasser gegeben. Durch die Gärung lösen sich die Samen aus der gallertartigen Masse und sinken zu Boden. Der Prozess ist durch häufiges Rühren zu fördern. Die sauberen Samen umgehend entnehmen, da sie sonst keimen und wertlos werden. Die Samen anschließend  im Warmen trocknen.

Paprika und Chili:
Paprika und Chili sind wie die Tomate Selbstbefruchter. Für eine Samengewinnung sind nur reife Früchte geeignet. Werden die Früchte vor der völligen Reife abgenommen, leidet die Keimfähigkeit. Aus demselben Grund sollten auch nur die ersten zwei oder drei Früchte der Pflanze für die Samengewinnung abgenommen werden.
Die Samen sollten von eventuell anhaftendem Fruchtfleisch gereinigt werden. Anschließend sind die Samen einige Tage zu trocknen. Vor dem Trocknen kann noch getestet werden, ob die Samen keimfähig oder taub sind. Dazu werden die Samen in ein Glas mit Wasser gegeben. Die Samen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, sind taub und nicht keimfähig.
Bei scharfen Chilis ist es ratsam bei der Samenentnahme und Reinigung mit Gummihandschuhen und eventuell mit Brille  zu arbeiten, um „Brennschäden“ zu vermeiden.
Tipp: Die Samen einiger scharfer Chilis legen, wenn sie im Kühlschrank aufbewahrt werden, eine Ruhepause von zwei Monaten ein. Dies sollte bei einer Anzucht beachtet werden.

Bezugsquellen für biologisches, samenfestes Saatgut:

Verwendete Literatur: